Bekenntnis zu Europa (Main-Echo 17.05.10)

Partnerschaftsabend: Kritik an der Lage der EU und Aufruf zur Fortentwicklung der Institutionen an die Politik

Marktheidenfeld  Neben dem grundsätzlichen Bekenntnis zur europäischen Einigung waren beim Marktheidenfelder Partnerschaftsabend am Freitag kritische Worte über die gegenwärtige Lage der EU und die Forderung nach einer wirksamen Fortentwicklung europäischer Institutionen und Politik zu hören.

Sangen die Nationalhymnen: Der Kinder- und Jugendchor von St. Josef.

In der Aula der Staatlichen Realschule fandet im Rahmen der trinationalen Begegnung »Europa ist unsere Zukunft - Europa gelingt gemeinsam« der Festabend der Stadt Marktheidenfeld mit ihren zwei Partnerstätten statt.
Europäischen Weg weitergehen
Die Vertreter der Partnerstädte Montfort-sur-Meu, Pobiedziska und Marktheidenfeld betonten, mit ihren Freundschaften zwischen den Bürgern den Weg eines vereinten Europas konsequent weiterzuverfolgen und zu fördern.
Die politischen Statements wurden von einem Kulturprogramm umrahmt, in dem die Volkstanzgruppen «Cercle Montfortais« aus der Bretagne, »Wiwaty« aus der Wojewodschaft Wielkopolksa und »Die Glasf’lder« schon am Vorabend des Folklorefests auf dem Marktheidenfelder Marktplatz eindrucksvolle Proben ihres Könnens zeigten.
Viel Applaus für Kinderchor
Mit großem Applaus wurde der leider etwas verspätete Auftritt des Kinder- und Jugendchors St. Josef der katholischen Kirchengemeinde unter Leitung von Alexander Wolf aufgenommen, die am Ende des offiziellen Teils die Nationalhymnen in den jeweiligen Landesprachen und die Europahymne vortrugen.
Der Abend hatte mit festlicher Musik des Blechbläserensembles der Big Band »Troposax« unter Leitung von Thomas Grön begonnen. Neben den Rednern des Abends befanden sich unter den rund 400 Gästen auch die stellvertretende Vorsitzende des unterfränkischen Bezirkstags Karin Renner (Bad Kissingen), Landtagsabgeordneter Günther Felbinger (Gemünden), Altlandrat und Bezirksrat Armin Grein, Marktheidenfelds Altbürgermeister Dr. Leonhard Scherg und der frühere Bürgermeister von Montfort-sur-Meu Victor Préauchat.
Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder rückte das Gedenken an die vor kurzem bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommene polnische Staatsführung um Präsidenten Lech Kaczynski an den Anfang ihrer Begrüßung. Auch in Zukunft sollten Begegnungen von Bürgern aus den drei Partnerstädten Freiheit und Sicherheit in Europa von der Basis her stärken.
Festrednerin Kerstin Westphal aus Schweinfurt, die seit den letzten Wahlen dem Europäischen Parlament angehört, sah in der Europäischen Union in erster Linie eine »Friedensmaschine« und wandte sich entschieden gegen aufkeimende Formen des Rechtextremismus in vielen Mitgliedsländern. Sie plädierte für Europa der Vielfalt in den Regionen und sah gerade in der Fortentwicklung zu einer Sozialunion eine Bewährungsprobe,
Westphal gratulierte Marktheidenfeld und Montfort-sur-Meu zu ihrer über 20 Jahre währenden Städtepartnerschaft, die mit der Einbeziehung von Pobiedziska zusätzlich an Gewicht gewonnen habe. Wesentliche Träger dieser bedeutsamen Entwicklung seien die Partnerschaftskomitees, die Bürger, Vereine und die Institutionen, wie das Balthasar-Neumann-Gymnasium oder die Staatliche Realschule mit ihrem stetigen Austausch von Schülern aus den Partnerstädten.
Gemeinsame friedvolle Zukunft
Gerade die Begegnung junger Menschen, wie etwa im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms, nähre die Hoffnung auf eine gemeinsame, friedvolle europäische Zukunft.
Montforts Bürgermeisterin Delphine David begann ihr Grußwort mit einer kritischen Bestandsaufnahme, da die internationale Finanzkrise den Arbeitsmarkt in der Bretagne mit großer Härte getroffen habe. Es sei notwendig, Europa im Sinne der Gründungsväter Jean Monnet und Robert Schumann politisch fortzuentwickeln. Dazu brauche es eine neue, junge Generation überzeugter Europäer und diesem Ziel solle die Verbindung der drei Partnerstädte dienen.
Bürgermeister Michal Podsada aus Pobiedziska gratulierte Marktheidenfeld und Montfort-sur-Meu zu ihrer langjährigen Partnerschaft und erinnerte an den Partnerschaftsstein, der 2007 als Wegweiser und Symbol der Freundschaft aus Unterfranken in die Wojewodschaft Wielkopolska gekommen sei. Man hoffe, künftig zuverlässig Begegnungen von Bürger und Vereinen erleben zu können.
Musikgruppen nach Polen
Podsada hatte dazu eine Reihe Vorschläge. Musikgruppen aus Marktheidenfeld und Montfort wurden schon für den Monat Juni zu einem internationalen Kulturfestival eingeladen.
Mehr europäischen Mut forderte der Lohrer Landtagsabgeordnete Eberhard Sinner, der von 2003 bis 2005 bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europangelegenheiten war. Heribert Felbinger, der mit Géraldine Barrois und Beata Abb den Abend moderierte, wünschte sich, dass sich mehr aktive Förderer der Städtepartnerschaften finden mögen.
Martin Harth


Partnerschaftsjubiläum: Tanz und Musik aus vier Ländern (aus der Mainpost: 17.05.10)

Volkstanzfest war der Höhepunkt des Marktheidenfelder Städtepartnerschaftsjubiläum


Trotz kühler Witterung wurde das Volkstanztreffen auf dem Marktheidenfelder Marktplatz am Samstag zu einem vollen Erfolg.

Viele Zuschauer bewunderten die bunten Kostüme und schwungvollen Tänze der Gruppe „Wiwaty“ aus der polnischen Partnerstadt Pobiedziska. Bei den musikalischen Darbietungen erklang sogar ein Lied von Frédéric Chopin in dessen 200. Geburtsjahr.

Der „Cercle Montfortais“ glänzte mit seiner Musikgruppe „Bagad Men Ru“ und den Tänzern von „An Abadenn Nevez“ in historischer Tracht vom Ende des 19. Jahrhunderts. Viele Gäste ließen sich auch zu dem bretonischen Reihentanz „An Dro“ unter dem Marktheidenfelder Maibaum verführen.

Sonne für Tänzer und Zuschauer

Mit der Kindergruppe und der Tanzgruppe ließen „Die Glasf'lder“ die Tradition aus der Grafschaft Wertheim zur musikalischen Begleitung von Rudi Schäfer auf dem Akkordeon lebendig werden.

Die „tanzenden Derwische“ der Kinder des Marktheidenfelder türkisch-islamischen Kulturvereins erwiesen sich als zusätzliche Bereicherung.

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder freute sich mit ihrer französischen Amtskollegin Delphine David aus Montfort-sur-Meu und Bürgermeister Michal Podsada aus dem polnischen Pobiedziska über das gelungen Fest, das sogar die Sonne hinter den Wolken hervorscheinen ließ.

Die Marktheidenfelder Werbegemeinschaft hatte aus Anlass des Volkstanzfests einen langen Samstag ihren Mitgliedsbetrieben angeregt und die Wirte rings um den Marktplatz verwöhnten in den von der Stadt aufgestellten Verkaufsbuden die Gäste mit fränkischen und anderen Spezialitäten.

Martin Harth

ONLINE-TIPP

Viele farbenprächtige Bilder vom Volkstanzfest und weitere Aufnahmen vom Jubiläumsfestabend finden Sie im Internet: www.mainpost.de/main-spessart


Jubiläum: Bekenntnis zu Europa und den Partnerschaften

Marktheidenfeld, Montfort und Pobiedziska feiern gemeinsam. (Mainpost: 17.05.10)


Am Freitagabend fand in der Aula der Staatlichen Realschule im Rahmen der trinationalen Begegnung „Europa ist unsere Zukunft – Europa gelingt gemeinsam“ der Festabend der Stadt Marktheidenfeld zur Feier des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums mit der bretonischen Stadt Montfort statt
Die Reden der drei Bürgermeister aus den Partnerstädten und von deutschen Europapolitikern waren durch zwei Themenbereichen gekennzeichnet: Dem grundsätzlichen Bekenntnis zur europäischen Einigung folgten kritische Worte über die Lage der EU und die Forderung nach einer wirksamen Fortentwicklung europäischer Institutionen und Politik. Die Vertreter der Partnerstädte Montfort-sur-Meu, Pobiedziska und Marktheidenfeld betonten trotz allem, mit ihren Partnerschaften und Freundschaften zwischen den Bürgern den Weg eines vereinten Europas konsequent weiterzuverfolgen und zu fördern.

Viel Applaus für Kinderchor

Mit großem Applaus wurde der Auftritt des Kinder- und Jugendchors St. Josef der katholischen Kirchengemeinde unter Leitung von Alexander Wolf aufgenommen, der die Nationalhymnen in den jeweiligen Landesprachen und die Europahymne vortrug. Der Abend war mit festlicher Musik des Blechbläserensembles der Bigband „TroPoSax“ unter Leitung von Thomas Grön begonnen worden.

Neben den Rednern befanden sich unter den rund 400 Gästen auch die stellvertretende Vorsitzende des unterfränkischen Bezirkstags, Karin Renner (Bad Kissingen), Landtagsabgeordneter Günther Felbinger (Gemünden), Altlandrat Armin Grein, Marktheidenfelds Altbürgermeister Leonhard Scherg und der frühere Bürgermeister von Montfort-sur-Meu, Victor Préauchat.

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder rückte das Gedenken an die vor kurzem bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommene polnische Staatsführung um Präsident Lech Kaczynski an den Anfang ihrer Begrüßung. Sie wies auf das gleichzeitig stattfindende trinationale Jugendprojekt zum Thema „Wasser“ des Bund Naturschutz und der städtischen Jugendpflege hin. Auch in Zukunft sollten Begegnungen von Bürgern aus den drei Partnerstädten Freiheit und Sicherheit in Europa von der Basis her stärken.

Festrednerin Kerstin Westphal aus Schweinfurt, die seit den letzten Wahlen dem Europäischen Parlament angehört, sah in der Europäischen Union in erster Linie eine „Friedensmaschine“ und wandte sich entschieden gegen aufkeimende Formen des Rechtsextremismus in vielen Mitgliedsländern. Sie plädierte für ein Europa der Vielfalt in den Regionen und sah in der Fortentwicklung hin zu einer Sozialunion eine Bewährungsprobe,

Westphal gratulierte Marktheidenfeld und Montfort-sur-Meu zu ihrer schon 22 Jahre währenden Städtepartnerschaft, die mit der Einbeziehung von Pobiedziska an Gewicht gewonnen habe. Wesentliche Träger dieser bedeutsamen Entwicklung seien die Partnerschaftskomitees, die Bürger, Vereine, Institutionen und Schulen. Gerade die Begegnung junger Menschen, wie etwa im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms, nähre die Hoffnung auf eine gemeinsame, friedvolle europäische Zukunft.

Montforts Bürgermeisterin Delphine David begann ihr Grußwort mit einer kritischen Bestandsaufnahme, da die internationale Finanzkrise den Arbeitsmarkt in der Bretagne mit großer Härte getroffen habe. Es sei notwendig, Europa im Sinne der Gründungsväter Jean Monnet und Robert Schumann politisch fortzuentwickeln. Dazu brauche es eine neue, junge Generation überzeugter Europäer und diesem Ziel solle die Verbindung der drei Partnerstädte dienen.

Einladung nach Polen

Bürgermeister Michal Podsada aus Pobiedziska gratulierte Marktheidenfeld und Montfort zu ihrer langjährigen Partnerschaft und erinnerte an den Partnerschaftsstein, der 2007 als Wegweiser und Symbol der Freundschaft aus Unterfranken in die Wojewodschaft Wielkopolska gekommen sei. Man hoffe, künftig zuverlässig Begegnungen von Bürgern und Vereinen erleben zu können. Podsada hatte dazu eine Reihe konkreter Vorschläge parat. Musikgruppen aus Marktheidenfeld und Montfort wurden schon für Juni zu einem internationalen Kulturfestival eingeladen.

Mehr Mut forderte abschließend der Lohrer Landtagsabgeordnete Eberhard Sinner. Partnerschaftskomitee-Vorsitzender Heribert Felbinger, der gemeinsam mit Géraldine Barrois und Beata Abb den Abend moderierte, wünschte sich, dass man noch mehr Förderer der Städtepartnerschaft finden möge. Mit swingender Jazz-Musik der Bigband „TroPoSax“ mit Sängerin Sonja Freitag klang der Abend bei einem vom Team des Marktheidenfelder Hotels „Zur schönen Aussicht“ glänzend arrangierten Buffet aus.

Martin Harth




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