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Mit fünf Schlägen in die fünfte Jahreszeit –
(Main-Echo: 06.08.10)
Offizieller Startschuss fiel am
Freitagabend beim Festbieranstich
62. Laurenzi-Messe in
Marktheidenfeld Erst kam die Salve der Böllerschützen,
dann Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder: Nach drei Schlägen
tropfte es schon, nach fünf Schlägen war es geschafft:
Der offizielle Startschuss zur 62. Laurenzi-Messe fiel gestern
Abend um 19 Uhr im Festzelt beim Bieranstich. Ihren zahlenmäßigen
Ausrutscher nach unten beim Anstich der Festbierprobe machte die
Bürgermeisterin am Freitagabend wieder wett.
Zehn Schläge hatte sie noch vor
einer Woche gebraucht, um den Hahn ins Fass zu treiben.
Die reichlich erschienen Gäste
im Festzelt zollten Applaus für die Frauen-Power - und
reckten die Hände in die Höhe, um Freibier zu ergattern.
Da staunte selbst Brauereichefin Maria Martin, denn so schnell
wird ihr das Bier sonst nicht aus den Händen
gerissen. Rechtzeitig zum Beginn der Laurenzi-Messe hatte am
Freitag der Regen aufgehört und Helga Schmidt-Neder wünschte
allen Besuchern umso mehr eine »Mess mit Ausgelassenheit und
Frohsinn«. »Wir sind alle gerüstet für die
fünfte Jahreszeit«, sagte auch Festwirt Jürgen
Sonyboy Papert und sprach damit im Namen seiner
Schausteller-Kollegen und Standbetreiber. Die Bürgermeisterin
dankte noch allen Verantwortlichen, allem voran dem neuen
Festplatzorganisator Horst Ferling und dem Nachfolger des »Mr.
Laurenzi« Rudi Lermann. Dessen Aufgaben als städtischer
Festorganisator hat in diesem Jahr erstmals Ordnungsamtsleiter
Harald Michalke übernommen. Und der war sichtlich froh, dass
die 62. Laurenzi-Messe endlich begonnen hatte. Nun hofft er, dass
die kommenden neun Tage Ausnahmezustand in Marktheidenfeld
komplikationslos verlaufen und er seine Dienstmarke auch mal
getrost beiseite legen kann.
Und weil so eine offizielle
Eröffnung so schön ist, wird sie in diesem Jahr gleich
zwei Mal gefeiert. Am heutigen Samstag um 16.30 Uhr trifft der
Festzug mit Ehrengästen und Festbierwagen auf dem
Marktheidenfelder Marktplatz ein. Nach einem kleinen Standkonzert
ziehen die Teilnehmer ins Festzelt, wo der Festbetrieb nach der
Begrüßung durch die Bürgermeisterin Schmidt-Neder
mit der Aalbachtaler Jugendkapelle und dem Aalbachtal-Express
fortgesetzt wird.
Bianca Löbbert
Hintergrund:
Laurenzi-Messe
Die Laurenzi-Messe, die nach Krieg und
Währungsreform im Jahr 1948 ihren Anfang nahm,
basiert auf dem früheren Bartholomäus-Markt, an
dem auch die Marktheidenfelder Schützen schon vor über
vier Jahrhunderten ihre glänzenden Festschießen
abhielten. Seinen Marktcharakter hat das Volksfest bis heute
behalten. Dies zeigt sich auch daran, dass die beiden Sonntage
während der Messe (8. und 15. August) verkaufsoffen sind.
Eigens eingebraut für das Volksfest wurde wieder das
besondere Festbier. Die Maß dieses Gerstensaftes
kostet wie im Vorjahr 5,90 Euro. In der Anfangszeit der
Messe nach dem Krieg kostete sie eine Mark. Das Angebot
für die Besucher im Festzelt ist groß: Es gibt eigene
Nachmittage für Senioren (Montag), Kinder (Dienstag) und
Familien (Donnerstag), Abende der Vereine und Clubs (Dienstag),
des Festwirts (Mittwoch), sowie für Betriebe und Ämter
(Freitag, 13. August). Hinzu kommt am Montagabend um 22 Uhr die
große Verlosung. (red)
Kaiserwetter
für den Festzug
(Main.Echo: 07.08.10)
Farbenprächtiges
Spektakel in Marktheidenfelds Altstadt zu Beginn der 62. Auflage
des Volksfests
62. Laurenzi-Messe in
Marktheidenfeld Strahlend blau leuchtete der Himmel: Bei
Kaiserwetter formierte sich am Samstag im Brauereihof der Festzug
zur 62. Laurenzi-Messe. Aufgereiht an der Georg-Mayr-Straße,
feuerten die Böllerschützen in den Himmel, doch erst
nach der zweiten Salve setzte sich der Zug in Marsch
Der Spielmannszug der
Königlich-bayerischen Landwehr aus Esselbach in seinen
blau-weißen Uniformen setzte den ersten Farbtupfer. Ihm
folgten die Fahnenabordnungen der Marktheidenfelder Vereine und
eine Reihe von Ehrengästen. Mit von der Partie waren auch die
Garden und Landsknechte des Faschingsvereins Lorbser, die
Volkstanzgruppe Henneburg und die Freunde fränkischen
Brauchtums aus Urspringen. Bereits lange, bevor der Zug kam,
hatte sich um 15.30 Uhr der Marktplatz mit Leben erfüllt. Die
Besucher strömten zu Hunderten herbei und ließen sich
von den Akteuren in Laurenzi-Stimmung versetzen.
Musik und
Volkstanz waren Trumpf an diesem Nachmittag. Abwechselnd spielte
die Stimmungskapelle Oldies aus Breitenbrunn, die mit Walzern und
Polka mehr für den klassischen Teil zuständig war, und
die Musikkapelle Lengfurt, die modernere und flottere Töne
anschlug. Dazwischen trat die Trachtentanzgruppe Glasofen auf.
Eine Gruppe bestand überwiegend aus Kindern, eine andere
Gruppe aus Erwachsenen. Die Akteure ernteten viel Applaus, und die
Stunde bis zum Eintreffen des Festzuges verging wie im Flug.
Zu
den gewohnten Klängen des Laurenzi-Festzugs gehören
mittlerweile auch die Dudelsackpfeifer der Spessart Highlanders,
die das Spektakel seit einigen Jahren in ihren grünen
Schottenröcken bereichern. Die Reihe der Ehrengäste
wurde angeführt von Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder
im schmucken Dirndl, nebst Ehemann Karl Neder, Landrat Thomas
Schiebel und Festwirt Jürgen »Sony-Boy« Papert.
Es folgten die Abgeordneten, Marktheidenfelder Stadträte wie
auch weitere Ehrengäste. Sie alle marschierten durch die
Stadt, um sich schließlich im Festzelt wiederzufinden, wo
die Aalbachtaler Jugendkapelle mit vorzüglicher Blasmusik ein
Zeugnis ihres Könnens ablegte. sts/chw
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