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Wachsam am Waldrand – (Mainpostartikel von 31.07.10)Die Verantwortlichen des Köhlerfests müssen am Wochenende gleich auf zwei Meiler achten
Der große Kohlenmeiler am Glasofener Köhlerplatz hat seit Freitagnachmittag einen kleinen „Bruder“: Gemeinsam mit Karl Wolf, dem Vorsitzenden des Köhlervereins, setzten etwa 15 Mädchen und Jungen einen „Kinderkohlenmeiler“ auf, der dann zum Schluss entzündet wurde. Genau wie sein „ausgewachsenes“ Pendant wird er noch bis zum Festausklang am Sonntag, 1. August, brennen. So schnell kann es gehen, wenn viele Helfer mit anpacken. Nachdem die Kinder mit einer Art Zirkel die Stelle markiert hatten, an der der Meiler entstehen sollte, errichteten sie in Windeseile einen Schacht aus Buchenholzstücken. Drumherum schichteten sie danach weitere Scheite zu einem stattlichen Haufen auf. Darauf kam ein Dach aus Heu. Als der Meiler mit einer dicken Erdschicht abgedeckt war, wurde er angezündet. Für die Kinder gab es nach getaner Arbeit eine leckere Stärkung. Die Aufgabe der Verantwortlichen des Köhlerfests ist es nun, die zwei Meiler über das Wochenende weder erlöschen noch durch zu viel Luftzufuhr abbrennen zu lassen. Dazu müssen beide rund um die Uhr bewacht werden. Aus den Spessartbuchen im Inneren wird dann die unverwechselbare „Glas'flder“ Grillholzkohle. Mit dem Erlös der verkauften Holzkohle will der Verein wieder soziale Projekte und den Gemeinsinn fördern. Vor 30 Jahren hatten einige Männer aus Glasofen die Idee, Holzkohle für den eigenen Bedarf herzustellen. Nach dem Vorbild der Kohlenmeiler im Spessart errichteten Robert Hepp, Hermann Kempf und Otmar Väth so in Glasofen den ersten Kohlenmeiler. Während sie Wache hielten, bekamen sie immer Gesellschaft. Dadurch entstand ein jährliches Familientreffen an einem idyllischen Platz am Waldrand. Immer mehr befreundete Familien schlossen sich dieser Gemeinschaft an – bis ein Verein gegründet wurde. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das, was einst als Familienfest begonnen hatte, zum heutigen Köhlerfest. Der Platz wurde immer moderner – und der Meiler professioneller und größer. Inzwischen werden bei jedem großen Meiler etwa 30 Ster Holz zu Kohle verarbeitet. Da ein Meiler im Jahr die Nachfrage an Holzkohle nicht mehr decken kann, wird inzwischen ein Meiler im Frühjahr und einer zum Köhlerfest aufgesetzt. Am heutigen Samstag, 31. Juli, geht das Köhlerfest weiter. Ab 14.30 Uhr findet das Fußballturnier mit vier Freizeitteams auf dem benachbarten Platz statt. Am Sonntag, 1. August, klingt das Fest dann bis zum Abend aus. Der Tag am Meiler beginnt ab 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück.
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