Die Grabsteine Rücken an Rücken



Auf lebhaftes Interesse stießen die Pläne zur Umgestaltung des Glasofener Friedhofs. Rund 40 Männer und Frauen ließen sich am Sonntagmorgen von Zweitem Bürgermeister Manfred Stamm und Ordnungsamtsleiter Christian Brand darüber informieren. An Allerheiligen wolle man fertig sein, so Brand. Einzelheiten stellte er am Sonntag im Friedhof vor. So sollen die Gräber an der östlichen Seite etwas weiter zurück an die Friedhofsmauer verschoben werden. Bei zwei Grabstellen ist das bereits der Fall. Lediglich eine geringe Arbeits-Nische von etwa 25 Zentimetern soll frei bleiben.

Die Gräberreihen zwischen der östlichen und der westlichen Friedhofsmauer sollen so gelegt werden, dass die Grabsteine mit geringem Arbeits-Abstand praktisch Rücken an Rücken stehen. Dadurch erreicht man bei zwei Grabreihen eine Breite der Wege von knapp 90 Zentimetern.

Das ist nach Worten des Bestatters Matthias Liebler die gerade noch vertretbar notwendige Arbeitsbreite bei Grabaushub und Beerdigungen. Andere Friedhofswege sind oder bleiben wie bisher wesentlich breiter. Platz für mehr Gräber als vorgesehen soll im alten Friedhofsteil nicht entstehen.

Zwischen den Gräbern sollen seitlich etwa 25 Zentimeter frei bleiben und mit Kies bedeckt werden. Damit will man Gras- und Unkrautwuchs eindämmen. Eine Umbettung der Verstorbenen wird nicht erfolgen.

Die Umgestaltungsarbeiten erledigt die Firma Hofmann aus Rothenfels, bezahlen wird die Stadt. Das Umsetzen der Fundamente soll der Bauhof übernehmen. Die Grab-Eigentümer müssen lediglich das Abräumen und die Wiedergestaltung der Gräber übernehmen.

Wenn allerdings die gesetzliche Grabruhezeit von 25 Jahren in absehbarer Zeit abläuft und kein Interesse an der Verlängerung der Frist mehr besteht, kann das Grab vorzeitig abgeräumt werden; auf eine Wiedergestaltung wird dann verzichtet. Belegt wird das Grab erst wieder nach Ablauf der festgesetzten Zeit.

Stamm berichtete, dass der Stadtrat die Maßnahme nur in Angriff nimmt, wenn die Glasofener auch damit einverstanden sind. Am Sonntag zeigten sich die Anwesenden fast durchweg einverstanden. Ein Betroffener meldete allerdings Bedenken an. Seine Frau wurde vor einigen Jahren erst zu Grabe getragen und in der bisherigen Lage zum Grabstein beigesetzt. Werde das Grab jetzt "gedreht", habe er immer den Eindruck, auf dem Kopf der Verblichenen zu stehen.Da die Beisetzung erst nach dem Stadtratsbeschluss von 2003 erfolgte, hätte man die Neugestaltung berücksichtigen und den Sarg bereits nach neuer Planung beerdigen können. Ein Argument, das sowohl die Behördenvertreter als auch die Anwesenden als berechtigt ansahen.



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