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Mainpostartikel vom 31.01.10 (maha)

Aufs Bänkchen setzen und Ruhe bewahren


Foto: Mainpost

Königlich Glasf'lder Amtsgericht“: Närrisches Plädoyer der Narren

Die Fasenachtsgaudi im Bürgerhaus von Glasofen gilt als Geheimtipp und in diesem Jahr setzten die dortigen Faschingsfreunde bei ihren beiden Abenden „Königlich Glasf'lder Amtsgericht“ einen Höhepunkt der Narretei in Unterfranken. Etwas Besonderes war schon das von Valentina Harth geschaffene Bühnenbild, in dem Sitzungspräsident und Narrenrichter Andreas Sauer das Publikum willkommen hieß.

Am Freitag eröffnete die Lorbser Prinzengarde mit einem flotten Lambada den Abend. Das Prinzenpaar Isabell I. (Cortes) und Rudolf I. (Bauchspieß) grüßten das närrische Volk, darunter Faschingsfreunde aus Michelrieth und Altfeld.

Ortsgeschehen hieß das Thema des Glasf'lder Grenzschutzes (Adrian Götzelmann, Bernd Hepp und Andreas Sauer). Sie nahmen den erfolgreichen Feuerwehrkassier, starke Traktorfahrer, jugendliche Containerspezialisten, aktive Oberköhler und Dorfhistoriker auf die Schippe.

Die Putzfrauen des Gerichts, auch bekannt als die „Lärchen aus der Claushofstraße“, trällerten sich ihr Liedchen über einen Leuchtturm auf einem Glasf'lder Hausdach oder die anstrengende Bedienung des Postkastens vom Auto aus. Besonders erzürnt waren sie über die GEMA-Verwertungsgesellschaft, die offenbar das Singen im Bürgerhaus krumm nimmt und Gebühren eintreibt.

Joel Janke, ein Amerikaner nicht in Paris sondern in Glasf'ld, machte sich in einem humoristischen Solo Gedanken dazu, wer denn eigentlich die Leut‘ seien, die sich nach Aussage von anderen immer dabei irgendetwas dächten – „Was denke‘ sich da die Leut‘?“ Das seien wohl diejenigen, die gerade nicht da seien, hatte er nach langem Grübeln herausgefunden. Wer sind dann aber die „annern Leut‘“, die manchmal auch etwas denken, wenn im Gesangverein mal was schief zu laufen droht?

„You can leave your hat on“: Die „Dorfaffen“ wagten als Kung-Fu-Fighter ein Schautänzchen auf der Mini-Bühne des Bürgersaals mit hinreißend komischer Strip-Einlage. Vielfach spielte die Glasf'lder Big Band an diesem Abend die „Amtsgerichtspolka“ schwungvoll auf, wenn man wieder eine Gerichtsszene auf der Bühne ankündigte, so auch als die Sketchgruppe den Sitzungspräsidenten anklagte, in einer „Sonnen“-Stunde (Glasf'lderisches Synonym für Sternstunde) einfach das Thema der Narrensitzung von Western auf Gericht abgeändert zu haben. Richterin Barbara Walfisch konnte genüsslich ihr Schnitzel auf dem Richter-Katheder weichklopfen und ein Urteil sprechen: Eine Runde Ordnungsschnaps, sofort vollstreckbar.

Nach so vielen Worten lieferte die Mini-Garde der Alpf'ler Laabfrösch mit einem schnellen Gardetanz eine schmissige Abwechslung. „Nichts aus der Ruh“ brachte dagegen den närrischen Gendarm Karl Wolf. Ob Lärm aus dem Jugendcontainer, Streit um die Hadf'lder Fußgängerzone oder den verschwundenen Fußweg von Glasf'ld dorthin, der Rat war derselbe: Aufs Bänkchen setzen und stoisch Ruhe bewahren.

„Rund um Glasf'ld“ schweifte der Blick der singenden „Zeugen - Na Sowas“ in einer brillanten Gesangsnummer. Der fortlaufende Hallenbau im Stadtteil, teure Schnapsbrände und Mist auf dem schön geteerten Weg zum Köhlerplatz waren Angriffspunkte mit A Capella-Gesang: „Es is‘ Narre‘zeit in Glasf'ld!“

Und wieder ging's vor Gericht. Als schwerer Brocken erwies sich der Angeklagte Kerbholz. Faschingsmuffel Attila Grünzinger wurde bei seinem Debüt in der Glasf‘lder Bütt zum Ankläger – Fasching sei einfach eine Zumutung! „Fitness im Gericht“ war für die Showgirls Anja Goller, Petra Stange und Elli Wolf bei ihrer Tanzeinlage kein Fremdwort.



Stamm und Höhnlein wurden verknackt

Eine brandaktuelle Reportage aus dem Königlichen Amtsgericht

Am Wochenende wurde vor Einzelrichter Andreas Sauer am Königlichen Amtsgericht Glasf'ld die Sache „Glasofener Narren gegen Stadt Marktheidenfeld und Lorbser“ verhandelt.

Zur Verhandlung waren am Freitag die Angeklagten Zweiter Bürgermeister Manfred Stamm und Lorbser-Sitzungspräsident Michael Höhnlein erschienen. Staatsanwalt Dieter Wolf konfrontierte die beiden damit, beim Hädefelder Rathaussturm am 11. November 2009 gegen sämtliche vier Paragrafen des GGB (Glasf'lder Gesetzbuchs) verstoßen zu haben. Zum einen habe es die Stadt versäumt, auch den Glasf‘lder Narren ein Scherflein aus dem Stadtsäckel abzutreten und die Lorbser hätten sofort ihre Regierungshoheit verloren, nachdem der von Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder überreichte Rathausschlüssel umgehend verschlampt wurde.

Gerichtsdiener Adrian Götzelmann musste in Sachen Schlüssel gleich mehrere Zeugen – „Jawoll!“ – in den Gerichtssaal bringen. Zeuge Erhard Behl, Präsident der Alpf'ler Laabfrösch, schwieg beharrlich. Weitschweifig dagegen manövrierte sich der städtische Schlüsselbeauftragte, Hausmeister und Glasf'lder Berchschneider Rainer Thorun, um die Sache herum. Er schaffte lediglich Klarheit darüber, dass Lorbser-Präsident August Jeßberger die Entgegennahme des Rathausschlüssels quittiert hatte.

Es blieb schließlich keine andere Wahl mehr, als das „Glasf'lder Medium“ aussagen zu lassen. Ein streng wissenschaftlicher DNA-Vergleich brachte kein verwertbares Ergebnis. Also war das Orakel an sich gefragt. Die „alte Fraa“ ging in sich und drückte ein erdrückendes Beweismittel aus sich heraus. Wie in der Zeitung lag alles vor dem Gericht. Während Lorbser und Stadtspitze eitel für ein Pressefoto posierten, konnte man im Hintergrund ausgerechnet Richter Sauer und den Zeugen Thorun erkennen, wie sie den Rathausschlüssel dreist mopsten.

Nun ging alles ganz flott. Manfred Stamm wurde zu einem Spanferkelessen für alle Prozessbeteiligten in August Jeßbergers „Baumhoftenne“ wegen unterlassener Hilfeleistung für die Glasf‘lder Narren verurteilt. Der Angeklagte Höhnlein habe dazu gefälligst das Martinsbier beizusteuern. Lorbser-Schriftführerin Nicole Jeßberger musste den Stadtschlüssel für 11,11 Euro auslösen und Narrenrichter Sauer triumphierte ein weiteres Mal. Er hatte den Lorbsern den Schlüssel fürs Alte Rathaus angedreht. Die elektronische Chipkarte für den Rathaus-Neubau behielt er in eigenen Händen.

Ja es war eine schöne Zeit in Glasf'ld. Die Mädel waren sittsam und die Burschen zünftig und auf's Schafott hat unser Herr Narrenrichter eh niemanden geschickt – im Königlichen Amtsgericht Glasf'ld.


Die Mitwirkenden




Lorbser Prinzengarde: Nicole Englert, Sandra Schreck und Christina Väth, Trainerin: Sabrina Heusler.

Lärchen aus der Claushofstraße: Silvia Schäfer, Petra Stange und Beate Wolf, Gitarre: Joel Janke.

Dorfaffen: Johannes Hepp, Steffen Rücker, Dominik Stöhr und Theresa Rücker (zugleich Trainerin).

Sketchgruppe: Anja Goller, Johannes Grader, Christian Schwab, Jörg Stöhr und Daniel Wiesmann.

Mini-Garden der Alpf'ler Laabfrösch: Kathi Fertig, Johanna Gebert und Anne Kalasch am Freitag sowie Annika Hofmann, Carola Pochiert und Angelina Weidmann am Samstag, Trainerin: Kerstin Oleinek.

Zeugen - Na Sowas: Jochen Schäfer, Michael Schäfer, Rainer Thorn und Anja Wiesmann.

Gruppe Kerbholz: Stefan Matschiner, Andreas Sauer, Dieter Wolf, Elli Wolf und Karl Wolf.

Glasf'lder Big Band: Joel Janke, Jürgen Pfister, Walter Stöhr, Klaus Väth und Martin Zöller unter Leitung von „James L.“ Klaus Weht.

Orden: Achim Fertig, Carina Fertig, Elli Wolf, Karl Wolf.

Musikanlage: Jochen Schäfer und Bernd Wolf.

Bühnenaufbau: Sebastian Albert, Fabian Matschiner und Julian Matschiner sowie „Gerichtsdiener“ Adrian Götzelmann.




16.02.10 „Lebenslänglich“ bis Aschermittwoch ---- Die Glasf'lder beim Faschingszug in Marktheidenfeld


Beide Fotos aus der Main- Echo





Beide Fotos aus der Mainpost





25.09.10 - Hädefelder Lorbser lösten Schlüssel aus

(Mainpostartikel vom 27.09.10)

Noch rechtzeitig vor dem Beginn der nächsten Fastnachts-Session war es am Samstag so weit:

Hädefelder Lorbser lösten Schlüssel aus - Glasf'lder Narren wurden satt



Schwupps – da war er weg der Rathausschlüssel. Diese Erfahrung machten die Hädefelder „Lorbser“ am 11. 11. des vergangenen Jahres. Während Sitzungspräsident Michael Höhnlein weinselig mit der gerade „eroberten“ Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und seinem Gefolge auf dem Marktplatz schunkelte, mopste sein Glasofener Narrenkollege Andreas Sauer mit seinem Adjutanten, dem „Berchschneider“ Rainer Thorun, flugs den soeben erbeuteten Rathausschlüssel und ließ ihn unbemerkt verschwinden.

Das hatte Folgen: Nahezu schamlos mussten sich die Lorbser bei der Glasofener Fasenachtsgaudi dafür verspotten und aussingen lassen, bis sie kleinlaut versprachen, den Schlüssel bei einer großzügigen Bewirtung in Lorbser-Präsident August Jeßbergers „Baumhoftenne“ auszulösen. Noch rechtzeitig vor dem Beginn der nächsten Fastnachts-Session war es am Samstag so weit. Und wer ein echter Narr sein will, dem ist es auch Ende September nicht zu kalt für ein rauschendes Sommerfest im Zelt auf dem Hof der Baumhoftenne.

Schweinshaxe, Klöß' und Krautsalat boten die Lorbser-Vorstände zur Auslöse und natürlich gab es dazu Martinsbier und fränkische Destillate, denn so eine Haxe ist halt gern einmal ein bisserl fett. Die Laune war trotz Kühle und Feuchtigkeit schnell auf dem Höhepunkt und man blickte schon ein wenig auf die Ereignisse des kommenden Faschings. Für die 1971 gegründeten „Lorbser“ in Marktheidenfeld ist das schon das 40. Jahr des organisierten Frohsinns.




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