Jubiläums-Gaudi - 33 Jahre Fasching im Bürgerhaus

Artikel veröffentlicht am 16.02.09 in Mainpost und Main-Echo




Jubiläums-Gaudi - 33 Jahre Fasching im Bürgerhaus - Helga Schmidt-Neder „blank“ auf der Bühne

Am Freitag- und Samstagabend lud der schlagfertige Sitzungspräsident Andreas Sauer zu Frohsinn und Spaß bei der Fasenachtssitzung im Glasofener Bürgerhaus ein. Wie das von Valentina Harth gemalte Bühnenbild den Gästen verdeutlichte, lassen dort die „Präsidenten“ (Heinz Matschiner und Andreas Sauer) seit dreimal elf Jahren schon die Puppen aus der Hädefelder Obrigkeit (Armin Grein, Leonhard Scherg und Helga Schmidt-Neder) auf der Bühne tanzen.

Die Glasf'lder Big Band eröffnete am Freitag das Programm, zu dem auch Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder gekommen war, mit einer Schunkelrunde. Sie konnte mit den Gästen von den Faschingsfreunden aus Altfeld, Marktheidenfeld und Michelrieth den hübschen Auftakt mit dem „Lorbser-Tanzkatrinchen“ Katrin Englert in Begleitung des „Lorbser-Prinzenpaars“ Tanja I. und Sven I. (Hollas) erleben.

„Auf der Rennbahn“ waren die beiden „Geh-Brüder“ Karl und Dieter Wolf mit ihrer Variante des witzigen Sketches, den einst der Komiker Wilhelm Bendow und später Loriot unsterblich machten. Zum Shopping ins Wertheim-Village wollten die drei „Lerchen aus der Claushofstraße“ und hatten dabei musikalisch „ihre Haare schön“. Sie nahmen auch das rege Vereinsleben in Glasofen auf's Korn.

Das Ortsgeschehen in der Bütt' war die Domäne von Reiner Albert und Andreas Sauer. Im Dialog berichteten sie von unglaublichen Essleistungen, von Busfahrten mit Hindernissen und von der Pflege des Glasf'lder Feuerwehr-Mosts. Die Narren wussten die Antworten auf Fragen wie „wer schlief morgens auf der Bank vor der Kirche seinen Gesundheitsschlaf?“ oder „wer entwarf aus der Not einen Glasf'lder Wanderschuh mit Wurstbendeln?“.

Das Hausfrauenballett brachte mit einem Fußballerauftritt Schwung in die Bude. Den Ehrengästen wurde auf der Bühne wie schon seit vielen Jahren ein Witz abverlangt. Dabei erwies sich Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder ganz entgegen ihrer Natur als völlig unvorbereitet. Völlig „blank“ gelobte sie aber für die kommenden Jahre Besserung.

Der Altmeister auf der Glasf'lder Faschingsbühne ist Heinz Matschiner, der als sichtlich angeschlagener Elferrat fast vergaß, dass er eigentlich „Helau“ habe sagen wollen. Mit 33 Jahren sei der Glasf'lder Fasching fast schon so alt wie seine Witze, stellte er fest und dachte über Pendlerpauschalen und Abwrackprämien für alkoholisierte und gestresste Fasenachter nach.

Heidi Klums nächstes Topmodel war das Vorbild für den Auftritt der Sketchgruppe, die eine Travestie-Wahl zur Miss „Schwarze Maß“ veranstaltete. Das Publikum ließ keinen Zweifel, am Ende bevorzugte es die etwas stabil gebaute Bilhildis, die lieber die Glasf'lder „Kartbrötli“ selber verschlang, als sie zu präsentieren.

Von den Alpfler Laabfrösch kam die Mini-Garde mit ihrem „Gardetanz auf der Briefmarke“, denn viel Platz haben sie im Glasofener Bürgerhaus nicht. Wer schafft es die skurrile Komik eines Helge Schneider und die Clown-Poesie eines Oleg Popow mit einer gekonnten „Licht-Nummer“ auf eine Faschingsbühne zu stellen? Das kann nur einer: „Bergschneider“ Rainer Thorun. Seine Soloauftritte sind echte Unikate.

Die „drei singenden Handtäschli-Trägerinnen“ berichteten vom Eheleben und den Exklusiv-Storys des „Dorfblättles“. Am Ortskanal könne man häufig schon riechen, was im Dorf vor sich gehe.

Als „Men in Black“ zeigten die „Dorfaffen“ ein flottes Männerballett. Monika Weth schilderte als „a aldi Fraa“ gekonnt ihre Probleme mit einem sonntäglichen Kirchgang. Schließlich boten die „jungen Pianisten“ noch ein „perfektes Quartett“ auf ihrem Instrument. Die „Lorbser Showtanzgruppe“ hatte zum Abschluss noch eine sehenswerte Choreografie um militärischen Drill und harten Rhythmus auf Lager. Nach Mitternacht erklangen das „Fasenachtslied“ und das „Glasf'ld-Lied“ zum Ende einer gelungenen Jubiläumssitzung.



Die Mitwirkenden

„Lerchen aus der Claushofstraße“: Silvia Schäfer, Petra Stange und Beate Wolf (Musik: Bernd Hörner).

„Hausfrauenballett“: Anja Goller, Katrin Kreuzer, Silke Wolf und Tanja Wolf.

Sketchgruppe: Anja Goller, Johannes Gräder, Christian Schwab, Jörg Stöhr, Bastian Stürmer, Daniel Wiesmann und Silke Wolf.

„Mini-Garde“ der Alpfler Laabfrösch: Kerstin Oleynik, Marina Oleynik und Angela Schäfer (Trainerin: Kerstin Oleynik).

„Die singenden Handtäschli-Trägerinnen“: Lisa Matschiner, Margit Müller und Anneliese Schäfer.

„Die Dorfaffen“: Johannes Hepp, Michael Heroth, Steffen Rücker und Dominik Stöhr (Trainerin: Theresa Rücker).

„Die jungen Pianisten“: Stefan Matschiner, Rainer Thorun, Dieter Wolf und Karl Wolf.

„Lorbser Showtanzgruppe“ Freitag: Daniela Brückner, Andy Greulich, Tanja Hollas, Julia Liebler und Carolin Simon; Samstag: Andy Greulich, Carmen Greulich, Yvonne Hencke, Bianca Melchior und Christine Schäbler (Trainer: Andy Greulich).

„Glasf'lder Big Band“: Joel Janke, Jürgen Pfister, Walter Stöhr, Klaus Väth und Martin Zöller (Leitung: Klaus Weth).

Musikanlage: Jochen Schäfer und Bernd Wolf Bühnenaufbau: Sebastian Albert, Andreas Heroth, Fabian Matschiner und Julian Matschiner.






Nüsse und Laub, Bonbons, Kamellen und viel Helau

aus der Main-Echo 26.02.09


Faschingszug Gaudiwurm zieht durch die Stadt mit weit über zehntausend begeisterten Zuschauern


Marktheidenfeld Mit 53 Zugnummern, wobei traditionsgemäß der Kehrwagen der Firma Kirsch und Söhne der letzte Wagen im Zug war, bewegte sich gestern ab 14 Uhr wieder der Gaudiwurm des Marktheidenfelder Faschingsvereins "Lorbser" durch die Stadt. Weit mehr als zehntausend Zuschauer, die meisten davon kostümiert, verfolgten in zweierlei Weise den Zug: Sie hatten sich zunächst in der Karbacher Straße aufgestellt, wo der Gaudi-Wurm startete, und eilten dann noch mal in die Innenstadt, um die gesamte Gaudi erneut zu erleben.


Dabei ernteten sie auch zweimal Nüsse und Laub, Bonbons, Kamellen und viel Helau.

Denn der Fastnachtszug war hervorragend aufgestellt, wobei die Lorbser mit ihren Hexen und den traditionellen Strohbären den Auftakt boten. Danach kamen dann alle Fasenachter von nah und fern, die meinten, für ihren eigenen Faschingszug wäre der Aufwand ein bisschen zu wenig. So zeigten sie erneut, voller Stolz, ihre wunderschönen Faschingswagen, aber auch exzellente Fußgruppen. Sie kamen aus Erlenbach, aus Lengfurt und aus Trennfeld, vor allem aber aus Homburg. Die "Steeäisel" stellten allein drei Wagen und eine Fußgruppe.

Die Marktheidenfelder waren im Gegensatz zu den letzten Jahren zahlreich vertreten. Einen Wagen samt Fußgruppe stellte allein der Waldkindergarten, wobei viel Laub anstatt der ollen Kamellen verstreut wurde, aber es gab auch Nüsse. Drei Wagen und zwei Fußgruppen brachten die "Alpfler Laabfrösch" auf die Beine, beziehungsweise auf die Räder, und die Faschingsfreunde aus Glasofen standen ihnen in nichts nach: Immerhin galt es, 33 Jahre Fasenacht in Glasofen zu feiern.

Freetown, die "Meteormatrosen", der Kinder- und Jugenchor Karbach, die "Sieben Zwerge" und das Haus Lehmgruben mit "Bauer sucht Frau" sowie natürlich der TV 1884 Marktheidenfeld, der heuer sein 125-jähriges Bestehen feiert, ergänzten vor allem die vielen farbenfreudigen Fußgruppen, die immer wieder mit viel Helau begrüßt wurden.

Wie immer, das ist man seit dem ersten Faschingszug im Jahr 1971 gewohnt, stellten die Zimmerner Narren, prozentual gesehen, die meisten Zugteilnehmer: Sie kamen - unter dem Motto: "Zimmern beamt sich weg"  alle vom Weltall. Schminke, Kostüme: alles passte und es gab viel Applaus und Helau von den Zuschauern, die auch den beiden Marktheidenfelder Prinzenparen sowie dem Elferratswagen applaudierten, als der Zug zu Ende war und, wie gewohnt und oben angeführt, die Kehrmaschine der Firma Kirsch und Söhne die Straßen wieder säuberte.

Ein Klasse-Zug, ein langer Zug, der aber noch nicht ausreichte: Denn auch nach Zugende war der alte Festplatz zu Füßen der St.-Josefs-Kirche mit Autos noch voll belegt.

Ein Zeichen dafür, dass in Marktheidenfelds Gaststätten noch feste weitergefeiert wurde. Lothar Pfaff


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