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Kommt jetzt die „Minimallösung“? Reaktionen aus den Fraktionen: Der Tag nach dem Maradies-Bürgerentscheid Am Tag nach dem Bürgerentscheid zum Maradies sitzt der Stachel noch tief bei den Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat. Dennoch richten sie bereits den Blick nach vorn. Mit einer knappen Mehrheit von 17 Stimmen lehnten die Marktheidenfelder am Sonntag in einem Bürgerentscheid den Bau eines „Wonnemar“-Bades ab. Seit Montagabend ist das amtlich. Die Reaktionen im Stadtrat reichen von Frustration bis zu Unverständnis. Am Tag danach äußern sich die Fraktionsvorsitzenden. Karl Weißenberger (CSU), der demnächst seine Stadtratstätigkeit beendet, ist enttäuscht: „Wir haben versucht, das Optimale für die Stadt herauszuholen, eine tragbare Lösung für die Zukunft.“ Doch 60 Prozent der Bürger sei der Entscheid „wurscht“ gewesen, während die Gegner sich festgelegt hätten. „Manche wollten kein Bad für Auswärtige, das nur Verkehr in die Stadt bringt, anderen hat die Rutsche gefehlt oder sie wollten ihr Freibad in der jetzigen Form behalten“, berichtet Weißenberger von den Gründen der Wonnemar-Gegner. Obwohl er nicht mehr lange in der Verantwortung steht, denkt Weißenberger weiter: Er könnte sich vorstellen, dass Marktheidenfeld und Triefenstein zusammen eine Lösung für ihre Schwimmbäder erarbeiten – ein Hallenbad mit Sauna hier, ein Freibad dort. Michael Müller (Freie Wähler), stellvertretender Fraktionsvorsitzender, hält den Entscheid für eine Katastrophe. Er glaubt, dass mancher Wähler die Abstimmung für „Retourkutschen“ gegen den Bürgermeister und den Stadtrat benutzt habe, „ausgerechnet am untauglichsten Objekt“. Seiner Ansicht nach haben die Gegner nicht begriffen, wie das PPP-Konzept von Stadt und Interspa funktionieren sollte. Andere hätten ihm gesagt, das Bad sei für Marktheidenfeld zu groß. „Martinsbräu, Udo Lermann und ganz zu schweigen Braun können auch nicht allein von Marktheidenfeld leben“, hält Müller dagegen. Er hätte sich gewünscht, dass in diesem Punkt mehr Unterstützung von Gastronomen und Hoteliers gekommen wäre. Müller will sich jedenfalls nicht so schnell mit einer kleinen Lösung abfinden und fordert den neuen Stadtrat auf, sich wieder mit dem Thema zu beschäftigen, auch wenn er glaubt, „dass sich keiner mehr eine Watsche abholen will“. Uwe Lambinus (SPD) sieht nach dem Entscheid „sechs Jahre intensiver Arbeit zunichte gemacht“. Er hält die Motive der Gegner für wenig homogen und kann deswegen keinen einheitlichen Wählerwillen erkennen. Einen Grund für das Scheitern der Interspa-Pläne sieht Lambinus im PPP-Verfahren. Der Prozess der Willensbildung sei durch die nichtöffentliche Auswahl der Bewerber nicht sichtbar geworden. Unter diesen Bedingungen gibt er PPP in der Kommunalpolitik keine Chance mehr. Mit Blick auf die Zukunft steht für ihn fest, dass die Stadt nur noch „eine absolute Minimallösung“ verwirklichen kann, „mit der jeder unzufrieden sein wird“, sagt Lambinus voraus. Der Maßstab sind für ihn 900 000 bis eine Million Euro Kosten pro Jahr, also etwa die Summe, die man an Interspa gezahlt hätte. Eine höhere jährliche Belastung ist für Lambinus nicht akzeptabel, weil die Steuereinnahmen immer unsicherer würden. „Wir müssen jetzt äußerste Zurückhaltung walten lassen“, lautet seine Überzeugung. abra |
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